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∗ 9.6.1947 Chur
Robert Indermaur wird in Chur als zweites von
drei Kindern geboren und wächst dort auf. Nach
Abschluss des Lehrerseminars 1967 ist er
während eines Jahres als Primarlehrer tätig.
Anschliessend unternimmt er Reisen nach Asien
und Australien. Prägend für seine
Bildvorstellungen und seine Lebenseinstellung
ist die Reise 1972–73 durch Zentralafrika und
die Sahara.
Seit 1969 ist Robert Indermaur als
freischaffender Künstler tätig. Sein
bildnerisches Schaffen basiert auf
autodidaktischen Studien. In seinem Frühwerk
sind Einflüsse des phantastischen Realismus
seines Bündner Kollegen Hans-Ruedi Giger
spürbar, später der malerische Realismus von
Varlin. 1973 erhält Indermaur den Bündner
Förderpreis und 1998 den Bündner
Anerkennungspreis. 1975 Mitglied der GSMBA.
1974 lernt er seine zukünftige Frau Barbara
Gerber kennen. Mit ihr und einigen Freunden
gründet er 1974 das erste Churer Kleintheater.
1977 gibt er zusammen mit Albert Brun die
satirische Zeitschrift Das Ballhorn heraus,
die in sechs Ausgaben erscheint. Regelmässig
politische Cartoons in der Bündner Zeitung.
Seit 1978 entstehen Kleinfiguren und Objekte;
die Plastik nimmt in seinem Werk eine
zunehmend wichtige Rolle ein. Zwischen 1976
und 1984 Geburt der drei Kinder Rebekka,
Alexander und Adrian. 1983 Übersiedlung nach
Almens im Domleschg. Im Zusammenhang mit der
Ausstellung im Bündner Kunstmuseum 1983–84
entstehen Wandmalereien an verschiedenen
Hausfassaden in Chur. 1989–1990 Aufenthalt in
Kalifornien. 1996 Landschafts-Performance
HOGGR auf dem Weisshorn in Arosa, 2001
Installation Höhenluft während der Alpinen
Kulturtage Thusis, 2004 und 2004
Installationen Höhenluft in Almens.
Einzelausstellungen unter anderem 1974 in der
Paulus-Akademie in Zürich, 1983–84 im Bündner
Kunstmuseum Chur, 1984 in der Kunstsammlung
Steffisburg sowie 1989, 1993, 1998, 2001 und
2005 im Kunstkeller Bern. Seit 2000 Teilnahme
an den Skulpturenausstellungen in Bad Ragaz.
Ausgehend von einer Hinterfragung der
Wirklichkeit entstehen im Frühwerk von Robert
Indermaur bildnerisch spannungsvolle
Konfrontationen zwischen Figur und Raum –
dunklen Zonen, reduziert auf architektonische
Gevierte, aus denen unvermittelt der Mensch
auftaucht. Um 1980 wird in der Serie der
Spielräume die Thematik zwischen Verlorenheit
und Lebensfreude erweitert und variiert. In
seiner gesellschaftskritischen figurativen
Malerei knüpft Indermaur an die Tradition der
Schweizer Graumaler an. Seit den 1980er-Jahren
arbeitet der Künstler zunehmend in Bildzyklen,
die Farbtöne werden kräftiger, die Figuren
wachsen zu Menschengruppen an, die
Architekturelemente mutieren zu Theaterbühnen,
auf denen Situationen der Comédie humaine,
zwischen liebevoller Karikatur und Satire,
dargestellt werden. Zu einem der Hauptthemen
gehört der Kleinbürger in der
Wohlstandsgesellschaft. Am eindrücklichsten
sind Indermaurs Bilder dort, wo die
Schauplätze in strenge architektonische Raster
gefasst werden, etwa in den monumentalisierten
Häuserfronten mit den nicht endenden
Fensterfolgen. Unanekdotisch stehen hier das
Serielle, das Anonyme, das Stereotype für
Grundmuster unserer Gesellschaft.
Nach dem Aufenthalt in den USA 1989–1990
nehmen die Figurenansammlungen in den
grossformatigen Gemälden barocke Ausmasse an.
Gewisse Massenszenen verdichten sich zu
Genrebildern. Diese werden unter Titeln wie
Crossroad, People’s Park oder Casa Grande
motivisch variiert, die Bildsprache bleibt
aber stets an eine traditionelle Figuration
gebunden. In der Druckgrafik der 1990er-Jahre
können solche Szenen, gesteigert durch den
Schwarzweisskontrast, zu einer goyahaften
Groteske oder in kafkaeske Räume führen.
Werke: Bad Ragaz, St. Galler Kantonalbank, Die
Bank vor der Bank, 2003; Bündner Kunstmuseum
Chur; Chur, Parkhaus City, Centurinas Kinder,
2001; Fürstenau, Alters- und Pflegeheim,
Verführung zum Leben, 1993; Neuchâtel, Musée
d’art et d’histoire; Obersaxen, Schulhaus und
Mehrzweckgebäude, Lichtbogen, 1993 und 1995;
Paspels, Schulhaus, Wandbild, 1987; Thusis,
Station, Die Reisenden, 1995.
Tina Grütter, 2007
https://recherche.sik-isea.ch/sik:person-4000816/in/sikart/
https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Indermaur

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